Rhythmus bei dem man mit muss

“In Barcelona hat Gott den Menschen eine andere Uhr gegeben,” das würde ich sagen, wüsste ich es nicht besser. Denn aus meiner -unheimlich großen und überaus wichtigen- Erfahrungskiste kann ich (in alter Helge Schneider Manier) kombiniiiieren, dass das in ganz Spanien so ist. Gerüchten habe ich entnommen, dass auch die Bewohner des lateinamerikanischen Kontinentes irgendwie falsch informiert worden sind, was “normale” Zeiten zum Aufstehen, schlafen Gehen, Geschäft Aufmachen, oder einfach nur Pünktlichkeit, in manchen Fällen auch Schnelligkeit ist. (“Ich brauche hier nicht abkassieren, obwohl ich die einzige Verkäuferin bin, lieber begrüße ich bedeutungsvoll und innig meine beste Freundin, die gerade zufällig vorbeigekommen ist, tratsche noch ein bisschen und widme ich erst dann wieder -etwas mies gelaunt- meiner eigentlichen Tätigkeit.”)

Ein japanischer Alptraum

Eine quirlige Japanerin hat mir einst gesagt: Wenn sie in einen spanischen Supermarkt geht und es ans Kassieren geht, ist das für sie die größte nervliche Belastungsprobe. Dank ihr hab’ ich darauf geachtet und wahrlich: Noch nie habe ich jemanden gesehen, der so langsam Erdbeeren geschnitten, ein Crepe gemacht oder einen Mojito zubereitet hat. Wir haben ja Zeit … hetzen lassen wir uns sowieso nicht. Aber soll ich dir was sagen: Ich bin dort auf Urlaub. Und soll ich dir noch was sagen: Ich habe die Zeit zu warten! Ist das nicht schön?

Da gehen die Uhren anders

Außerdem ist da die Sache mit der Straße. Bei uns gibt’s ja die Regel: Solange das Licht brennt (danke Sonne!) sind alle unter 10 und über 60 unterwegs (die dazwischen natürlich auch), danach allerdings nur mehr die dazwischen. In Spanien gilt diese Regelung nicht. Da ist immer was los, von früh bis spät. Ob alt oder jung spielt keine Rolle. Sagte ich früh? Ich meine natürlich halb 11 Uhr Vormittags, davor kräht kein Hahn (jung oder alt ist da blunzn) nach dir. Dafür geht’s rund bis in die frühen Morgenstunden. Ob am nächsten Tag Arbeitstag ist, spielt nur in seltenen Fällen eine Rolle.

Mir bleibt da nur eines zu sagen: Qué viva Espana!

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