Im Apple Store mit meinem Baby

So. Ich sitze jetzt geschlagene 1.5 Stunden hier im nigelnagelneuen Apple Store am Jungfernstieg. Zumindest für mich ist er neu. Naja, jetzt ja nicht mehr. Wenn ich um mich sehe sind hier lauter Menschen, die sich um ein wichtiges Mitglied ihrer Familie sorgen machen: Um ihr iPhone. Wie sie es hegen und pflegen und halten und es immer wieder ansehen. Ja, wie ein Baby. Ein krankes Baby. Sie warten auf den Arzt, der hier statt in weiß in azurblau auftritt. Und statt einem Herz hat er einen Apfel auf (und in?) der Brust.

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Ja, das ist die Diagnose meines iPhones. Was kann ich dagegen tun? Hierher kommen, ins Krankenhaus mit Glasverbau. Hier wird es behandelt, aber wenn man keinen Termin gemacht hat, dann muss man warten. Tja, was soll ich sagen, ich bin froh, dass ich mein Buch Hunger Games (im Kindle Format) mit habe. Während dem Warten fließen die Prozente ja richtig nach oben. Der Mann, der vor mir in der Schlange gewartet hat, hat seine großformatige Zeitung, mit der er sich auch Abends zudecken könnte, schon fertig gelesen. Er hat bereits ein Magazin in der Hand.

Fehler 21

Meine neue Diagnose hier im Apple Store. Ich werde nicht schlau aus diesen Nummern. Und warum ist es ein unbekannter Fehler, wenn er doch durch seine Nummer eh schon bekannt ist? Ich verstehe vieles nicht, aber ich verstehe auch nicht, wie schnell es gehen konnte, von der Ära des Haustelefons bis zum Betrachten des iPhones als Baby oder Familienmitglied. Jetzt können wir nicht mehr ohne. Komplette Gesellschaftsänderung in lächerlichen zehn Jahren. Hardcore ist das. Und doch bin ich mittendrin. Bei den Wartenden, die hier mit ihrem Baby sitzen und auf seine Behandlung warten. Arg. Oder “krass”, wie man hier in Hamburg sagen würde.

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